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Energie & Klima Für Wirtschaftsjournalisten

Energiewende 2030: BMWK kündigt 12-Milliarden-Programm zur Industrie-Dekarbonisierung an

Das neue Förderprogramm soll deutsche Industrie-Cluster bis 2030 klimaneutral aufstellen. Erste Tranche von 4,8 Mrd. Euro fließt ab dem dritten Quartal 2026 in Stahl-, Chemie- und Zementwerke. Bundesminister Habeck spricht von „strukturellem Wendepunkt" für den Industriestandort Deutschland.

B Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz 7. Mai 2026 · 14:32 Uhr 4 Min. Lesezeit · 712 Wörter Deutschland · Berlin Redaktionsempfehlung
Bild · Pressefoto BMWK (16:9)
Bundesminister Habeck bei der Vorstellung des Programms im Bundestag · Foto: BMWK / Susanne Eriksson
Korrektur · 7. Mai 2026, 16:08 Die zunächst genannte Förderhöhe von 11,5 Mrd. Euro wurde nach einer Klarstellung des BMWK auf 12 Mrd. Euro berichtigt.

Berlin · Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat heute ein 12-Milliarden-Euro-Förderprogramm vorgestellt, das die Dekarbonisierung der deutschen Schwerindustrie bis 2030 entscheidend beschleunigen soll. Die Mittel stammen aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) und werden in drei Tranchen über die kommenden 36 Monate ausgereicht.

Im Zentrum des Programms steht die Umstellung von Stahl-, Chemie- und Zementproduktion auf grüne Verfahren. Erste 4,8 Milliarden Euro sollen ab dem dritten Quartal 2026 in konkrete Vorhaben fließen — darunter Wasserstoff-Direktreduktion bei thyssenkrupp und elektrische Lichtbogenöfen bei der Salzgitter AG.

Drei Förderlinien, klare Schwerpunkte

Die Mittel verteilen sich auf drei Förderlinien: Carbon Contracts for Difference (CCfD) für die energieintensive Schwerindustrie, Investitionszuschüsse für mittelständische Industriecluster, und Forschungsförderung für skalierbare Speicher- und CCS-Technologien. Anträge können ab dem 1. Juli 2026 über die Bundesförderbank KfW gestellt werden.

„Wir reden hier nicht über Symbolpolitik. Diese 12 Milliarden sind die Brücke zwischen Klimazielen und Industriestandort. Wer jetzt nicht investiert, fährt 2030 mit veralteter Technik gegen die Wand."

— Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz

Reaktionen aus Wirtschaft und Wissenschaft

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) begrüßte das Programm grundsätzlich, mahnte jedoch eine schnellere Auszahlung an. „Die Industrie braucht Planungssicherheit für die Investitionsentscheidungen 2026 und 2027 — der Zeitplan muss straff bleiben", sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter.

Aus der Wissenschaft kam differenziertes Lob: Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) bewertet das Volumen als angemessen, sieht aber methodische Lücken bei der Wirkungskontrolle. Eine Begleitstudie soll ab 2027 die tatsächliche CO₂-Einsparung messen.

Zeitplan und nächste Schritte

Die Förderrichtlinien werden in den kommenden vier Wochen final ausgearbeitet und Anfang Juni 2026 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Ab dem 1. Juli ist die Antragsstellung über die KfW möglich. Die zweite Tranche von 4 Milliarden Euro folgt im ersten Quartal 2027, die dritte im Verlauf von 2028.

Über das Unternehmen

Über das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Das BMWK gestaltet die Wirtschafts- und Klimaschutzpolitik der Bundesregierung. Zu den Aufgaben gehören Industriepolitik, Außenhandel, Energie- und Klimapolitik, Mittelstand und Innovation. Sitz des Ministeriums ist Berlin, mit einem Dienstsitz in Bonn. Geleitet wird das Haus seit Dezember 2021 von Bundesminister Robert Habeck.

Pressekontakt
Dr. Annika Werthmann
Pressesprecherin · Referat Öffentlichkeitsarbeit
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Scharnhorststraße 34–37 · 10115 Berlin +49 30 18 615 - 6121 [email protected] bmwk.bund.de
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